Abraham a Sancta Clara 1644-1709
Geboren 1644 als Kind eines Bauern im heutigen Baden-Württemberg, erhielt Abraham a Sancta Clara (geboren als Johann Ulrich Megerle) aufgrund seiner auffallenden Intelligenz Unterricht im Jesuitengymnasium in Ingolstadt und später im Benediktinergymnasium in Salzburg. Mit der Priesterweihe im Orden der Augustiner nahm er den Namen Abraham a Sancta Clara an und diente unter anderem als Hofprediger Leopold I in Wien. 1690 wurde er zum Provinzial der deutsch-böhmischen Ordensprovinz gewählt. Er verstarb 1709 in Wien.
Besondere Bekanntheit erzielte er durch seine sprachgewaltigen Predigten und prangerte die Sittenlosigkeit und Verführung durch den Teufel mit derber und bildhafter Sprache an. Als Schriftsteller schuf er neben Lobreden an Heilige und Fürsten, Predigten und Traktaten auch Tierfabeln mit didaktisch-moralischem Inhalt. 1680 hielt er seine berühmte Rede "Danck und Denckzahl" zur Einweihung der Pestsäule am Graben.
"Worvon die Pest verursacht werdeso weiß ich doch/ dass dieser giftige Pfeil (=Pestseuche) mehristen Theil (=zum größten Teil) von der Hand Gottes abgetruckt (=abgeschossen) wird / wie dessen vielfältige Zeugnis die göttliche Schrift (=Bibel) belegt. Auß welchem augenscheinlich kundbar und offenbar / dass die Pestilenz eine Ruthen (=Rute) seye / so die obere Hand Gottes flechtetso traue ich doch wenigst den Baum zu zeigen / worvon Gott die Ruthe flechtet. Dieser Baum ist die Sünde"."
Aus "Mercks Wienn" von Prediger Abraham a Sancta Clara, 1680